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Dr. Miriam Oczipka

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Aktuelles: Herzschwäche

Herzklappenerkrankungen


Eine beim alternden Hund am häufigsten vorkommende Erkrankung des Herzens ist die degenerative Veränderung einer oder mehrerer Herzklappen. Betroffen sind vor allem kleinere Rassen. Veränderte Herzklappenführen dazu, dass der notwendige Klappenschluss im Herz nicht mehr vollständig stattfindet.


Krankheitsbild

Die Herzklappen sind segelartige Gebilde, die als Ventile zwischen die Herzkammern und Herzvorhöfe eingeschaltet sind. Das Blut fließt durch die Herzvorhöfe den Herzkammern zu. Wenn die Herzkammern sich zusammenziehen, um das Blut aus dem Herzen zu pumpen, schließen sich die Klappen und verhindern, dass Blut in die Herzvorhöfe zurückfließt.Knotige Verdickungen an den Klappenrändern verhindern den vollständigen Klappenschluss, so dass bei jeder Herzaktion Blut in die falsche Richtung zurückfließt. Durch verschiedene Regulationsmechanismen kann der Körper diesen Klappenfehler für kurze oder manchmal auch längere Zeit ausgleichen. Erste Auffälligkeiten sind:


•Abnehmende Belastungsfähigkeit

•Nächtliche Unruhezustände


Erst wenn die körpereigenen Regulationsmechanismen nicht mehr greifen, werden aus-geprägte Krankheitsanzeichen sichtbar.

Ist die Klappe der linken Herzhälfte betroffen, kommt es zu einem Blutrückstau in die Lunge. Flüssigkeit sammelt sich in der Lunge an und behindert die Sauerstoffaustauschfunktion. Dies macht sich bemerkbar durch


•Atemnot bzw. Kurzatmigkeit

•Husten beim Aufstehen, bei Anstrengung oder Aufregung

•Plötzliche, kurzzeitige Ohnmacht


Eine veränderte Klappe in der rechten Herzhälfte erzeugt einen Rückstau in die großen Körpervenen. Dabei wird Flüssigkeit in den Bauchraum gepresst. Es entsteht eine


•Bauchschwellung (Bauchwassersucht, Aszites)


Diagnose

Die Verdickungen der Herzklappenränder erzeugen eine Verwirbelung des Blutes beim Fluss durch die Klappe. Dies lässt ein meist typisches "Herzgeräusch" entstehen, das der Tierarzt beim Abhören wahrnimmt. Oft ist dieses Herzgeräusch ein Zufallsbefund und es können weitere Untersuchungen zur genauen Abklärung notwendig werden.

Eine Röntgenaufnahme kann z.B. Hinweise auf eine Vergrößerung des Herzens geben, auf beginnende Stauungserscheinungen in den abgehenden Blutgefäßen, sowie auf krankhafte Veränderungen in der Lunge.Im EKG können unter anderem Herzrhythmusstörungen erkannt werden. Mittels Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) können die jeweiligen Herzklappen sowie das Ausmaß der sie betreffenden Veränderung bildlich dargestellt werden. Bestimmte Messverfahren erlauben zusätzlich die Beurteilung des Fortschreitens der Erkrankung, was entscheidend für die richtige Therapiewahl ist. Neueste Studien zeigen eine um 90 Prozent verlängerte Überlebenszeit bei Hunden, die ein das Herz unterstützendes Medikament erhielten. Ob der Einsatz dieses Medikamentes nutzbringend und sinnvoll ist, kann nach einer Ultraschalluntersuchung des Herzens mit sehr großer Treffsicherheit gesagt werden.


Therapie

Je nach Erkrankungsstadium wird ihr Tierarzt ein oder mehrere herzwirksame Medikamente verordnen. Diese müssen vom Tierbesitzer nach einem genauen Behandlungsplan eingegeben werden. Starke körperliche Belastung kann sich negativ auswirken und sollte vermieden werden. Weiterhin stehen spezielle Futtermittel als "Herzdiäten" unter-stützend zur Verfügung.

Aufgrund des fortschreitenden Charakters erworbener Herzerkrankungen sollten betroffene Tiere in regelmäßigen Abständen dem Tierarzt vorgestellt werden, damit die Medikamente durch gezielte Nachuntersuchungen optimal auf das Tier einstellt werden können, um so ein langes, beschwerdefreies Leben des Patienten zu ermöglichen.