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Dr. Miriam Oczipka

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Aktuelles: Diabetes bei der Katze

Diabetes mellitus der Katze


Diabetes mellitus ist eine komplizierte Erkrankung, die von einem absoluten oder relativen Mangel an Insulin verursacht wird, der in Hyperglycämie (erhöhten Blutzuckerwerten) und Glucosurie (Zucker im Urin) resultiert. Vor allem bei alten, kastrierten, männlichen und übergewichtigen Katzen besteht ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken.


Normale Funktionen von Insulin

Insulin wird vom Pankreas (Bauchspeicheldrüse), einem kleinen Organ in der Bauchhöhle, in der Nähe von Magen und Leber gelegen, produziert. Von hier gelangt es in den Blutstrom und erreicht alle Organe und Zellen des Körpers. Seine Hauptaufgabe ist es, den Zellen die Aufnahme von Glukose (Zucker) zu ermöglichen, welchen diese als Energiequelle benötigen. Insulin stimuliert ebenso die Aufnahme weiterer Substanzen, wie Aminosäuren (Eiweißbildung), Fettsäuren (wichtig für den Zellaufbau), Kalium und Magnesium in die Zelle. In der Leber spielt Insulin eine wichtige Rolle bei der Produktion von Glycogen (Energiespeicher aus Kohlehydraten) und Fett. Weiterhin reduziert es hier die produzierte und freigesetzte Zuckermenge.


Diabetes mellitus

Bei diabetischen Katzen besteht ein relativer oder absoluter Insulinmangel, der eine verminderte Aufnahme von Zucker in die Zelle und damit eine Hyperglycämie zur Folge hat. Da die Zellen keinen Zucker zur Verfügung haben, wechseln sie zu Fett und Protein als Energiequelle. Dies wird durch die Mobilisierung von Körperfett und -eiweiß ermöglicht, was einen Gewichtsverlust und die Ansammlung von giftigen Stoffwechselprodukten zur Folge hat. All das kann eine diabetische Krise (Ketoazidose) verursachen.

Ein absoluter Insulinmangel kann durch die Unfähigkeit der Bauchspeicheldrüse Insulin zu produzieren verursacht sein (Insulin-abhängiger Diabetes mellitus). Bei vielen diabetischen Katzen besteht ein relativer Insulinmangel, d. h., dass die Zellen nicht in der Lage sind, Insulin zu erkennen und darauf zu reagieren, obwohl genug produziert wird (nicht Insulin-abhängiger Diabetes mellitus). Dies kann durch eine Vielzahl von Faktoren, z. B. Übergewicht, Medikamente (z. B. Kortison), hormonelle Veränderungen (Tumoren an Schilddrüse oder Nebenniere) oder Akromegalie (vermehrte Produktion von Wachstumshormon) beeinflusst werden.


Klinische Anzeichen

Bei der diabetischen Katze ist die Hyperglycämie so stark, dass der Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Zucker bindet Wasser, so daß die Urinmenge erhöht ist. Um diesen Zustand zu kompensieren und die Austrocknung zu vermeiden, entwickelt die Katze einen erhöhten Durst. Gewichtsverlust und enormer Appetit können ebenfalls beobachtet werden.

Die Hauptsymptome sind:

- Gewichtsverlust

- Polyphagie

- Polyurie/Polydypsie


Diese Anzeichen sind nicht immer vorhanden oder können unbemerkt bleiben. Eine erhöhte Wasseraufnahme kann z. B. unerkannt bleiben, wenn die Katze draußen trinkt.

Weitere Symptome schließen ein:

- Schwierigkeiten beim Urinabsatz und/oder blutiger Urin in Zusammenhang mit einer bakteriellen Infektion des Harntraktes (bakterielle Cystitis)

- Lebervergrößerung

- struppiges Fell.


Bei einer kleinen Anzahl der Fälle können die Nerven der Beine, besonders der Hinterbeine, von einer peripheren Nervenveränderung betroffen sein, was zu einer typischen, gehockten Haltung führt. In seltenen Fällen können ebenso die Augen mit grauem Star und Veränderungen betroffen sein. Dies führt zu Sehproblemen bis hin zur Blindheit. Die meisten Katzen fühlen sich trotz Diabetes mellitus relativ gut, aber die Ketoazidose ist eine mögliche Komplikation bei jeder nicht behandelten Katze. In so einer Situation zeigt das Tier Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Freßunlust, Austrocknung, Kollaps und Koma. Sollte eines dieser Anzeichen auftreten, besteht Lebensgefahr und ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen.


Diagnose

Ein Verdacht auf Diabetes mellitus besteht bei allen Katzen, die die oben beschriebenen Symptome zeigen. Da auch andere Erkrankungen ähnliche Krankheitsbilder verursachen können, sind z. B. Nierenkrankheiten, Tumore, Hyperthyreoidismus und die Inflammatory Bowel Disease Magen-Darm-Erkrankung) auszuschließen.

Blut- und Urintests sind nötig, um die Diagnose zu bestätigen, wobei ein einziger Test oft nicht ausreicht, da es bei Katzen auch einen stressbedingten erhöten Blutzucker und Zucker im Urin gibt. Eine Lösung kann hier sein, daß der Besitzer zu Hause eine Harnprobe sammelt. Die einfachste Möglichkeit ist, die normale Katzenstreu durch Aquariumkies oder nicht absorbierendes Katzenstreu zu ersetzen. Die so erhaltene Urinprobe kann dann vom Tierarzt oder vom Besitzer zu Hause mit Teststreifen analysiert werden. Eine andere Möglichkeit ist die Messung der Fruktosamine im Blut, um die Langzeitzuckerwerte abschätzen und so eine Streßhyperglycämie ausschließen zu können. Fruktosamin ist ein Bluteiweiß, welches in höheren Mengen vorliegt, wenn die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht sind. Eine Erhöhung der Fruktosaminwerte bedeutet eine deutliche Erhöhung der Blutzuckerwerte in den letzten zwei bis drei Wochen. So können die Langzeitzuckerwerte der letzten zwei bis drei Wochen kontrolliert werden, was auch zur Beurteilung der Therapie verwendet wird.


Behandlungsmöglichkeiten


Diabetes mellitus kann normalerweise gut behandelt werden. Die Behandlung verlangt aber eine Mitarbeit des Besitzers.


Management krankheitsbegünstigender Faktoren

Das Management dieser Faktoren kann die Behandlung von Übergewicht oder Umstellung von Arzneimitteltherapien (z. B. Langzeitcortisongaben) beinhalten. Sollte die Behandlung dieser Faktoren nicht zum Erfolg führen ist eine speziellere Therapie nötig.


Fütterung bei Diabetes

Übergewichtige Katzen sollten unter Aufsicht des Tierarztes auf eine gewichtsreduzierende Diät gesetzt werden, da Fettleibigkeit die Wirkung von Insulin beeinflusst. Bei einigen Katzen kann die Gewichtsabnahme schon ausreichen, damit der Diabetes mellitus verschwindet. Bei normalgewichtigen Katzen ist eine Diät nicht ausreichend, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. In der Regel wird bei diesen Tieren das gewohnte Futter beibehalten sowie das Gewicht regelmäßig kontrolliert. Untergewichtige Katzen benötigen energiehaltiges Futter, bis sich das Gewicht normalisiert. Insgesamt sollten Futter und Fütterungszeiten soweit möglich gleichbleibend sein, da ein Wechsel die Einstellung des Zuckers ihrer Katze erschweren kann.


Orale Therapie

In wenigen Fällen ist es möglich, den Patienten mit oralen Arzneimitteln zu stabilisieren, welche die Insulinsekretion steigern. Diese Therapie ist am effektivsten bei leicht erkrankten oder übergewichtigen Tieren, bei denen eine Insulinresistenz vorhanden ist.


Insulintherapie

Bei den meisten Katzen ist die Insulintherapie am erfolgreichsten. Hierbei wird Insulin mit speziellen Spritzen und sehr dünnen Nadeln unter die Haut gespritzt. Wichtig ist, daß die Injektion immer zur selben Tageszeit erfolgt. Es sind verschiedene Insulinpräparate auf dem Markt erhältlich, auf die jede Katze individuell reagiert. Langzeitpräparate sind oft erste Wahl, da die Wirkungsdauer es erlaubt, nur ein- oder zweimal am Tag zu spritzen. Häufigkeit der Injektion und die jeweilige Dosierung sind individuell unterschiedlich, so daß die Ermittlung des Therapieschemas zunächst am günstigsten in der Klinik erfolgt.

Insulin sollte im Kühlschrank aufbewahrt und für jeden Patienten eine eigene Flasche verwendet werden. Vor Gebrauch sollte der Inhalt vorsichtig gemischt werden, damit eine homogene Flüssigkeit entsteht. Starkes Schütteln kann das Insulinmolekül zerstören, was die Wirksamkeit vermindert. Insulin wird in Units gemessen, weshalb möglichst Insulinspritzen verwendet werden sollten, da diese in Units beschriftet sind und damit eine genaue Dosierung ermöglichen. In einigen Fällen benötigen die Patienten nur eine geringe Dosierung, so daß mit sterilem Wasser oder Salzlösung vom Tierarzt eine Verdünnung hergestellt werden muss, die monatlich gewechselt werden sollte. Die verdünnte Lösung sollte ebenso wie normales Insulin gelagert und behandelt werden.


Überwachung in der Klinik

Für die Stabilisierung und Einstellung der Katze ist eine strikte Routine wichtig. Während die Katze in der Klinik ist, erfolgt eine enge Überwachung, so daß die Therapie optimiert werden kann. Dies dauert normalerweise ein paar Tage. In dieser Zeit werden folgende Parameter überwacht:

- Verhalten: Die meisten diabetischen Katzen zeigen keine Verhaltensänderungen. Bei einer Ketoazidose, der häufigsten Komplikation bei nicht behandelten Katzen, kommt es zu Mattigkeit, Erbrechen, Durchfall, Hecheln, Austrocknung und Kollaps. In schweren Fällen kann dieser Zustand zum Tod führen, so daß schnelles Handeln nötig ist.

- Appetit: Fast alle diabetischen Katzen haben einen großen Appetit, was normalerweise auch nach der Therapie so bleibt.

- Wasseraufnahme: Die Beurteilung der Wasseraufnahme ist sehr nützlich, da erkrankte Tiere normalerweise sehr durstig sind. Ein Rückgang der täglichen Trinkmenge kann als Zeichen einer gut eingestellten Katze gesehen werden. Die normale Trinkmenge am Tag beträgt bei Dosenfutter 10-20ml pro kg Körpergewicht.

- Harnanalyse: Die Überwachung des Glukosespiegels im Urin ist von begrenztem Wert, aber das Ausmaß der Glucosurie kann abgeschätzt werden, obwohl Morgenurin oft auch bei gut eingestellten diabetischen Katzen eine größere Menge Zucker enthalten kann. Aus diesem Grund reicht die Harnuntersuchung alleine nicht aus, erlaubt aber zusätzlich die Diagnose von Infektionen des Harntraktes und die Entdeckung von Ketonkörpern, die ein wichtiger Hinweis auf eine schlecht eingestellte Therapie sind.

- Blutzuckerspiegel: Die beste Überwachung ergibt sich durch mehrfache Kontrollen des Blutzuckerspiegels, was nur im Falle einer stressbedingten Hyperglykämie nicht funktioniert. Hier kann es hilfreich sein, die Blutproben durch einen intravenösen Zugang zu gewinnen, um den Stress für das Tier zu minimieren. Die Hauptziele der Überwachung des Blutzuckerspiegels sind:

- Feststellung des Wirkungsmaximums des Insulins

- Dauer der Wirkung im Hinblick auf Art des benötigten Insulins und Häufigkeit der Injektion

- Feststellung des geringsten Blutzuckerspiegels nach Gabe des Insulins. Bei zu geringer Wirkung muss evtl. die Dosis erhöht werden. Der Blutzuckerspiegel darf auch nicht zu niedrig werden, da dann eine eine Unterzuckerung erfolgt, die bis zum Tod führen kann. Hier muss die Insulindosis vermindert werden. Es kann sinnvoll sein, zunächst weniger Proben an einigen wichtigen Zeitpunkten zu nehmen (vor der Insulingabe, das wahrscheinliche Wirkungsmaximum). Nach diesen Ergebnissen kann die Insulindosierung angepasst werden und eine engere Überwachung (alle 1-2 Stunden) erfolgen bis der Blutzuckerspiegel wieder seinen Ausgangspunkt erreicht hat. Hieraus lassen sich dann Wirkungsdauer und -maximum abschätzen. Wenn nötig, kann dann die Dosis langsam (alle drei Tage, sonst Gefahr der Überdosierung) erhöht werden.

- Gewicht: Es ist wichtig, das Gewicht zu überwachen, da schlecht eingestellte Katzen Gewicht verlieren können. Gut stabilisierte untergewichtige Katzen sollten langsam an Gewicht zulegen. Übergewichtige Katzen sollten auf eine Reduktionsdiät gesetzt werden.

Die Katze kann dann nach Hause entlassen werden, wenn sie in der Klinik gut eingestellt wurde. Die Pflege durch den Besitzer erfordert dann allerdings einen engagierten Einsatz.


Versorgung der diabetischen Katze zu Hause

Besitzer einer diabetischen Katze müssen sich über die Notwendigkeit des Einhaltens einer strikten Routine im Klaren sein. Die Injektionstechnik sollte in der Klinik unter Aufsicht des Tierarztes geübt werden. Anfangs kann der Zeitplan dem Tagesrhythmus des Besitzers angepasst werden, muss dann aber möglichst genau eingehalten werden. Der Besitzer sollte über die korrekte Lagerung, den Umgang mit und die Anwendung des Insulins genau informiert werden, da das häufigste Problem für eine schlecht eingestellte Katze Fehler sind, die hierbei auftreten. Die Dosierung sollte ohne Beratung durch den Tierarzt nicht geändert werden. Bei Entlassung der Katze aus der Klinik sollten die Besitzer über die Umstände (Verhalten, Wasseraufnahme usw.), unter denen die Katze stabil war, informiert werden. Am besten ist das Führen eines Tagebuches mit folgenden Eintragungen:

- Zeit der Insulininjektion

- Dosis

- Menge an angebotenem und gefressenem Futter, Zeitpunkt der Fütterung

- Menge an aufgenommenem Wasser

- Verhalten.


Eine zusätzliche Überwachung des Zuckerspiegels im Urin und der mit dem Urin ausgeschiedener Ketonkörper sollte durchgeführt werden. Kleinere Schwankungen des Zuckers im Harn sind kein Anlass zur Besorgnis. Sollten jedoch größere Veränderungen oder Ketonkörper zu sehen sein, sollten wir aufgesucht werden. Wöchentliches Wiegen kann ebenso von Nutzen sein.


Notfälle

Es ist notwenig zu wissen, wann sie uns dringend aufgesuchen müssen.


Unterzucker

Die größte lebensgefährliche Komplikation, die zu Hause auftreten kann, ist die Hypoglycämie (Unterzucker). Eine Hypoglycämie kann bei einer Überdosis Insulin oder bei einem kumulativen Effekt von lang wirksamem Insulin auftreten. Hauptsymptome sind:

- Schwäche/Apathie- Orientierungsschwierigkeiten

- Ataxie (Tiere gehen als wären sie betrunken)

- merkwürdiges Verhalten, z. B. zielloses Hin- und Hergehen, Lecken der Lippen, Futtersuche

- neurologische Symptome, z. B. Kollaps, Krämpfe, Ohnmacht und evtl. der Tod.


Schnelles Erkennen und sofortige Behandlung sind nötig, um eine Verschlimmerung der Symptome und den Tod zu verhindern. Bei leichten Anzeichen sollte der Katze Futter angeboten werden. Bei schwereren Symptomen können Zuckerlösung, Honig oder Sirup direkt ins Maul verabreicht werden. Innerhalb von 5 Minuten sollte eine deutliche Verbesserung sichtbar sein. Weiterhin ist der behandelnde Tierarzt zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In schweren Fällen können die intravenöse Gabe von Zuckerlösungen und ein weiterer Klinikaufenthalt nötig sein. Jeder Besitzer sollte Zuckerlösung oder Sirup für den Notfall zu Hause haben.


Ketoazidose

Die Ketoazidose ist eine Komplikation bei schlecht eingestellten Katzen. Sie kann unbehandelt zum Tode führen, so daß ein schnelles Eingreifen dringend nötig ist. Die häufigsten Symptome einer Ketoazidose sind:

- Freßunlust

- Apathie/Schwäche

- Erbrechen/Durchfall

- Austrocknung/Kollaps


Der Atem kann einen süßlichen Geruch haben. Besitzer sollten den Urin regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche oder bei Verdacht mit Teststreifen auf Glukose und Ketonkörper kontrollieren. Eine Ketoazidose kann ebenfalls mit dem Nachweis von Ketonkörpern in Atemluft, Tränenflüssigkeit oder Blut nachgewiesen werden. Bei einem positiven Testresultat ist ein sofortiges Eingreifen des Tierarztes nötig, selbst wenn es der Katze ansonsten gut geht. Katzen mit einer Ketoazidose benötigen sofortige intramuskuläre oder intravenöse Insulingaben mit schnellem Effekt, um die Erkrankung wieder unter Kontrolle zu bringen. Zusätzlich kann die intravenöse Gabe von Flüssigkeit, Antibiotika und Bikarbonat nötig sein. Die Behandlung einer Ketoazidose erfolgt normalerweise in der Klinik.


Zusätzliche Gründe für Bedenken

Jede größere Änderung in den überwachten Kriterien (Futter- und Wasseraufnahme, Verhalten, Harnanalyse usw.) ist ein Grund für eine genauere Untersuchung. Sie können Anzeichen für eine schlechte Einstellung (z. B. ungenaue Insulindosierung), eine leichte Ketoazidose oder das Vorhandensein anderer Erkrankungen, die die Kontrolle des Diabetes mellitus erschweren können, sein. Sollte eines dieser Anzeichen bemerkt werden, ist Ihr Tierarzt aufzusuchen.

 

Routine Check-ups

Anfangs sollten die Patienten alle ein bis zwei Wochen untersucht werden, um festzustellen, in wie weit die Therapie erfolgreich ist. Häufig treten Probleme in den ersten Wochen der Versorgung zu Hause auf. Diese hängen oft mit Lagerung und Handhabung des Insulins zusammen und sind leicht zu entdecken und abzustellen. Häufige Probleme sind:

- Abweichen vom Zeitplan, z. B. Verabreichung der Injektion zu unterschiedlichen Zeiten

- unterschiedliche Futtermenge oder anderer Futtertyp

- fehlerhafte Lagerung des Insulins

- fehlerhaftes Mischen oder Injizieren des Insulins


Der Tierarzt sollte diese kontrollieren, indem er die Besitzer um eine Demonstration der Handhabung und Injektion bittet. Sind diese Probleme als mögliche Ursachen ausgeräumt, muss weiter untersucht werden, um mögliche andere Gründe zu finden. In einigen Fällen wird es nötig sein, die Katze noch einmal in der Klinik zu lassen, um eine Blutzuckerkurve über 24 Stunden zu erstellen. Mögliche Gründe für eine schlechte Einstellung sind:

- zusätzliche Erkrankungen, z. B. andere hormonell bedingte Krankheiten, Nierenversagen, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

- Infektionen, meist Harntrakt, Maul oder Haut

- Ketoazidose

- falsche Insulindosis/falscher Insulintyp

 

Bei einem gut eingestellten Diabetes mellitus kann die Kontrolle seltener erfolgen, aber nicht weniger als alle drei Monate. Hierbei sollte eine Blutzuckerkurve über 24 Stunden erstellt und die Katze gewogen werden.


Prognose

Die Langzeitprognose variiert mit dem Alter der Katze dem Vorhandensein anderer Erkrankungen und deren Schwere und Ihrem Engagement. In einer Studie betrug die mittlere Überlebensdauer 2 Jahre. Dies deckt sich nicht mit unseren Erfahrungen!