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Dr. Miriam Oczipka

Mindener Str. 22
10589 Berlin
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Aktuelles:

Wie oft muss ich gegen Flöhe & Zecken behandeln?

Aktuelle Empfehlungen zum Schutz vor Ektoparasiten


Warum behandeln?

Zecken und Flöhe führen bei Hunden und Katzen nicht nur zu Hautirritationen und/oder Juckreiz, sie können auch, vor allem bei Hunden, lebensbedrohliche Krankheiten übertragen, z. B. Babesiose, Borreliose oder Anaplasmose. Darüber hinaus können Hunde- und Katzenflöhe auch Menschen befallen und bei diesen z. B. den Erreger der Katzen-Kratz-Krankheit oder den Gurkenkernbandwurm übertragen. Ein sachgerechter Zecken- und Flohschutz ist daher aus vielen Gründen wichtig: für Wohlbefinden und Gesundheit von Mensch und Tier!

Wie steckt sich mein Tier an?

Flöhe sind das ganze Jahr über im Freien und/oder in geschlossenen Räumen aktiv. Sie können direkt von Tier zu Tier übergehen. Häufiger kommt es jedoch vor, dass aus Floheiern, die aus dem Fell eines befallenen Tieres zuvor in die Umgebung gefallen sind, unbemerkt Flöhe heranwachsen, die dann später ohne Kontakt zu anderen Tieren zu einem Flohbefall führen.

Daher kann es wichtig und notwendig sein, nicht nur gegen die erwachsenen Flöhe im Fell des Tieres zu behandeln, sondern auch die Floheier in der Umgebung zu bekämpfen. Maßnahmen wie Saugen und Wischen von Böden sowie das Waschen von Decken und Kissen sind hierfür sinnvoll. Bei stärkerem oder wiederholtem Befall stehen ergänzend Sprays oder Verdampfer zur Verfügung sowie Arzneimittel, die am Tier angewendet werden und dafür sorgen, dass sich aus dem Fell fallende Floheier nicht weiter entwickeln können.

Zecken befallen Hunde und Katzen in der Regel im Freien. Das heißt, jedes Tier, das Auslauf im Freien hat, ist gefährdet. Aktiv sind die Blutsauger je nach Zeckenart fast das ganze Jahr über. Selten kommt es vor, dass sich bestimmte Zecken auch innerhalb von Räumen, Gehegen oder Zwingern einnisten und es dann auch in geschlossenen Räumen zu einem Befall kommt.

 

Saison für Flöhe und Zecken innerhalb Deutschlands

Flöhe

Katzen- und Hundefloh (Ctenocephalides felis, C. Canis), ganzjährig

Zecken

Holzbock (Ixodes ricinus), März bis Juni und September bis November

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), Februar bis Dezember

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), seltenes Vorkommen; bei Befall von Wohnräumen,Tierheimen oder Hundezwingern aber ganzjährig


Wie oft behandeln?

Welche Präparate zum Schutz vor Zecken und Flöhen bei Hund oder Katze wie oft angewendet werden sollten, richtet sich nach den individuellen Lebensumständen des Tieres.

Entscheidend ist, ob und wie viel freien Auslauf und Kontakt zu Artgenossen Ihr Tier hat, ob bereits ein Floh- und Zeckenbefall vorliegt oder ob es häufiger dazu kommt. Sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis, dort werden Sie eingehend beraten und erhalten eine für Ihr Tier passende Lösung.


Risiken im Ausland

Für Hunde und Katzen, die ins Ausland reisen oder von dort nach Deutschland gebracht werden, bestehen unter Umständen zusätzliche Gefahren, von Ektoparasiten befallen und mit Krankheitserregern angesteckt zu werden. In südlichen Reiseländern besteht zum Beispiel die Gefahr einer Infektion mit Herzwürmern oder dem Erreger der Leishmaniose. Sie sollten sich daher vor einer Reise bzw. Einfuhr eines Tieres eingehend beraten lassen.

Als Orientierung dienen folgende Empfehlungen:

Tiere mit geringem Ansteckungsrisiko,

z. B. kein freier Auslauf und kein Kontakt zu Artgenossen:

• Regelmäßige Untersuchung auf Zecken- und Flohbefall unter Verwendung eines Flohkamms.

• Bei Zeckenbefall Entfernung sichtbarer Zecken und Anwendung eines Zeckenschutz- Präparates, um nicht gefundene Zecken abzutöten.

• Bei Flohbefall Behandlung mit einem Flohschutz-Präparat und Reinigung der Umgebung, v. a. von Schlaf- und Liegeplätzen.


Tiere mit durchschnittlichem Ansteckungsrisiko,

z. B. freier Auslauf und/oder regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen:

• Ganzjährige Anwendung eines Flohschutz-Präparates in vom Hersteller empfohlenen Abständen.

• Anwendung eines Zeckenschutz-Präparates in vom Hersteller empfohlenen Abständen über die gesamte Zeckensaison.

• Bei Hunden, die in Gebiete leben, in denen vermehrt zeckenübertragene Erkrankungen vorkommen, ganzjährige Anwendung eines Zeckenschutz-Präparates.

• Regelmäßige Reinigung der Schlaf- und Liegeplätze.

• Bei bestehendem Flohbefall Anwendung eines Umgebungssprays und/oder Behandlung des Tieres mit einem Flohschutz-Präparat, das eine Weiterentwicklung van Floheiern unterbindet.


Tiere mit hohem Ansteckungsrisiko,

z. B. in Tierheimen, Zuchten oder anderen „intensiven“ Haltungsformen:

• Ganzjährige Anwendung eines Flohschutz- sowie eines Zeckenschutz-Präparates in vom Hersteller empfohlenen Abständen.

• Tägliche Reinigung der Umgebung inkl. Schlaf- und Liegeplätze.

• Bei bestehendem Flohbefall Anwendungen eines Umgebungssprays und/oder Behandlung des Tieres mit einem Flohschutz-Präparat, das eine Weiterentwicklung von Floheiern unterbindet.


Den Flohkamm richtig nutzen

Flöhe scheiden im Fell von Hund oder Katze winzige Mengen an Flohkot aus, der unverdautes Blut enthält. Kämmt man das Fell mit einem engzackigen Flohkamm, bleibt dieser braunrote Flohkot in Form von kleinen Krümeln im Kamm hängen. Legt man das ausgekämmte Material auf ein feuchtes Tuch und färbt sich dieses um die Krümel herum rötlich, ist dies ein Hinweis auf den Blutanteil im Flohkot. Ein Flohbefall ist damit bestätigt, eine Behandlung notwendig.


Zecken richtig entfernen

Zur Entfernung von Zecken sollten geeignete Instrumente wie z. B. Zeckenzangen verwendet werden, da beim Entfernen allein mit den Fingern die Gefahr besteht, dass die Zecke gequetscht wird und dadurch Krankheitserreger in den Stichkanal gedrückt werden. Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther sollten nicht zum Einsatz kommen. Zecken sind nach dem Stich fest in der Haut verankert. Man sollte sie daher gleichmäßig drehen und nicht zu stark aus dem Stichkanal nach oben herausziehen. Beim Ziehen der Zecke können die Mundwerkzeuge der Zecke in der Haut stecken bleiben. Es kann 3-4 Umdrehungen dauern, bis sich der Zeckenkopf löst, dann aber gleitet er leicht aus der Haut. Sollte es einmal passieren das der Zeckenkopf abreißt und in der Haut stecken bleibt, ist dies KEIN Grund zur Panik! Die entzündete Einstichstelle sollte über mehrere Tage beobachtet, gereinigt und desinfiziert werden,- das körpereigene Immunsystem verhindert im Allgemeinen eine stärker werdende Entzündung, so dass der Zeckenkopf von selber abgestoßen wird und die Haut verheilt. Sollte es doch zu einer Abszeßbildung oder Rötung bzw. Anschwellung des umliegenden Gewebes kommen, können Sie sich gerne an den Tierarzt ihres Vertrauens wenden.


(Quelle: ESCCAP, EUROPEAN SCIENTIFIC COUNSEL COMPANION ANIMAL PARASITES