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Dr. Miriam Oczipka

Mindener Str. 22
10589 Berlin
Telefon: 030 3441864
Fax: 030 34509430
E-Mail: info@tierarztpraxis.com

Sprechzeiten
Mo - Mi, Fr: 9 - 12 & 16 - 19 Uhr
Do: 9 - 12 Uhr
Sa: 11 - 13 Uhr
Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir einen Termin zu vereinbaren. Vielen Dank!

Aktuelles: Sprechzeiten während der Corona-Epidemie

Liebe Tierhalter /-innen,
in der aktuellen Situation es ist unsere Aufgabe, auch weiterhin die Gesundheit unserer Tiere aufrecht zu erhalten, dabei aber auch die Patientenbesitzer/-innen und unser Personal zu schützen!

Wir versuchen mit Ihrer Hilfe alle Ziele zu vereinbaren und das Beste zu erreichen!

- Behandlungen werden wir ausschließlich nach Terminvereinbarung durchführen. Wir bitten Sie daher um telefonische Voranmeldung.

- Wir bitten Sie gemeinsam mit uns darauf zu achten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

- Es sollten sich nicht mehr als 2 Kunden gleichzeitig im Wartezimmer aufhalten.

- Wir bitten Sie vor allem an der Rezeption ausreichend Abstand zu halten und eventuell auch vor der Praxis oder in Ihrem Auto zu warten bis ausreichend Platz vorhanden ist.

Wir bitten Sie weiterhin, soweit möglich ohne weitere Begleitpersonen zu kommen.

Gemeinsam werden wir diese Situation meistern!

Ihr Team der Tierarztpraxis Dr. Oczipka

Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen

 

Endlich ist ein neuer Impfstoff für Kaninchen verfügbar, um gegen Myoxmatose, RHD und RHDV2 gleichzeitig zu impfen. Der Impfstoff Nobivac Myxo-RHD Plus dient der aktiven Immunisierung von Kaninchen ab einem Lebensalter von 5 Wochen. Er verringert die Mortalität und die klinischen Symptome der Myxomatose und der Hämorrhagischen Krankheit der Kaninchen (RHD), ausgelöst durch klassisches RHD-Virus (RHDV1) und RHD-Virus Typ 2 (RHDV2). Da hohe maternale Antikörperspiegel möglicherweise die Wirksamkeit verringern können, wird für diese Fälle die Impfung ab einem Alter von 7 Wochen empfohlen.

Die Immunität beginnt nach 3 Wochen und dauert 1 Jahr.

Die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen

Die hämorrhagische Erkrankung der Kaninchen, Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD), ist seit den 1980er-Jahren bekannt. Verursacher ist ein Calicivirus ohne zoonotisches Potenzial. Es trägt den Namen RHD-Virus (RHDV).

Die Krankheit wird oft "Bunny Ebola" oder "Kaninchen-Ebola" genannt, weil sie in Bezug auf die Aggressivität und Organveränderungen dem Ebolavirus vergleichbar ist.

Varianten

Der erste Ausbruch erfolgte 1984 in China. 2010 trat in Europa erstmals eine Variante, RHDV2, auf. Dieser neue Genotyp wurde in Deutschland erstmals 2013 nachgewiesen und hat sich bis 2016 in ganz Deutschland verbreitet.

Beide Typen sind inzwischen weltweit verbreitet. Die Anzahl der bestätigten Ausbrüche liegt seit einigen Jahren stabil auf einem relativ hohen Niveau.

 

Übertragung

Infizierte Tiere scheiden RHDV in extrem hohen Mengen in Sekreten, Kot, Urin und Blut aus. Das Virus wird vorrangig durch direkten Kontakt, aber auch sehr effizient durch kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Geräte, Ställe), übertragen.

In der Wildtierpopulation (Wildkaninchen, Feld- und Schneehase) ist ein Virusreservoir vorhanden, von dem aus die Viren über direkten Kontakt und indirekt über Vektoren in Hauskaninchenhaltungen eingetragen werden können. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die Verfütterung von mit Ausscheidungen infiziertem Grünfutter. Große Bedeutung kommt ebenfalls der Übertragung durch Stechmücken, Fliegen, Raubvögeln und Nagern zu.

Das Virus ist auch außerhalb des Wirtes sehr widerstandsfähig und kann über Monate in Kadavern infektiös bleiben.

Klinische Symptome

Beide RHDV-Typen führen bei ungeimpften Tieren nach einer Inkubationszeit von 1 - 3 Tagen und innerhalb von 12 - 36 Stunden nach dem Auftreten von

  • Fieber

  • Apathie

  • Unruhe

  • Fressunlust

  • Respiratorische Erkrankungen

  • Neurologische Erkrankungen

  • Blutungsneigung (Verbrauchskoagulopathie)

  • Dyspnoe

  • Krämpfe

  • Opisthotonus

  • Schreien

zu plötzlichen Todesfällen.

Die Mortalitätsraten schwanken zwischen 60 und 100%. Sie hängen ab von Virusstamm, Alter und dem Allgemeinzustand des betroffenen Tieres.

 

Differenzierung

RHD und RHDV2 sind klinisch und pathologisch-morphologisch nicht zu unterscheiden.

Auffällig sind RHDV2 bedingte Todesfälle bei sehr jungen Tieren. Im Gegensatz zur Nestlingsimmnität bei der klassischen RHD bis zu einem Alter von ca. 10 Wochen, existiert bei RHDV2 keine angeborene Immunität.

Prophylaxe: Impfung

Da in Deutschland beide Virusvarianten auftreten, ist eine Kombinationsimpfung unbedingt zu empfehlen. Um einen optimalen Impfschutz zu erhalten, sollten die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) beachtet werden.

Die Impfstoffe vermitteln eine Reduktion der Mortalität durch RHDV2. Bei Beachtung der Impfempfehlungen wird ein sehr guter Impfschutz erzielt. Einzelne Tiere überleben die Erkrankung jedoch trotz Impfung nicht.

Desinfektion

Zur Desinfektion müssen absolut viruzide Desinfektionsmittel verwendet werden, die zuverlässig gegen unbehüllte Viren wirken. Geeignete Produkte finden sich auf der Desinfektionsmittelliste der DVG.

 

Weitere Maßnahmen

  • Kein Grünfutter von Wiesen füttern, auf denen Wildkaninchen oder Feldhasen leben

  • Mückenschutz

  • Schutz vor Schadnagern

  • Neue Tiere mindestens 2 Wochen in Quarantäne halten.

     

Was tun mit Verstorbenen Tieren?

Im gesetzlichen Rahmen ist die Entsorgung über die Tierkremierung oder Tierkörperbeseitigung und das Vergraben einzelner Tiere unter einer mindestens 50 cm hohen Erdschicht möglich.

Das Vergraben kann nicht empfohlen werden, da die Viren in Kadavern optimale Bedingungen vorfinden und hier besonders lange überleben!

Links

Ständige Impfkommission

Desinfektionsmittelliste der DVG