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Dr. Miriam Oczipka

Mindener Str. 22
10589 Berlin
Telefon: 030 3441864
Fax: 030 34509430
E-Mail: info@tierarztpraxis.com

Sprechzeiten
Mo - Mi, Fr: 9 - 12 & 16 - 19 Uhr
Do: 9 - 12 Uhr
Sa: 11 - 13 Uhr
Um Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir einen Termin zu vereinbaren. Vielen Dank!

Aktuelles: Sprechzeiten während der Corona-Epidemie

Liebe Tierhalter /-innen,
in der aktuellen Situation es ist unsere Aufgabe, auch weiterhin die Gesundheit unserer Tiere aufrecht zu erhalten, dabei aber auch die Patientenbesitzer/-innen und unser Personal zu schützen!

Wir versuchen mit Ihrer Hilfe alle Ziele zu vereinbaren und das Beste zu erreichen!

- Behandlungen werden wir ausschließlich nach Terminvereinbarung durchführen. Wir bitten Sie daher um telefonische Voranmeldung.

- Wir bitten Sie gemeinsam mit uns darauf zu achten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

- Es sollten sich nicht mehr als 2 Kunden gleichzeitig im Wartezimmer aufhalten.

- Wir bitten Sie vor allem an der Rezeption ausreichend Abstand zu halten und eventuell auch vor der Praxis oder in Ihrem Auto zu warten bis ausreichend Platz vorhanden ist.

Wir bitten Sie weiterhin, soweit möglich ohne weitere Begleitpersonen zu kommen.

Gemeinsam werden wir diese Situation meistern!

Ihr Team der Tierarztpraxis Dr. Oczipka

Die neue Gebührenordnung für Tierärzte

 

 

Liebe Tierhalterin, lieber Tierhalter,
sicher haben Sie es bereits aus den Medien gehört – nach fast einem Vierteljahrhundert ohne grundlegende Änderungen ist ab 22. November 2022 die neue Gebührenverordnung für Tierärzte (kurz GOT) anzuwenden. Was genau es damit auf sich hat und was das für Sie bedeutet, erfahren Sie hier.

 

Was ist die GOT und wofür steht sie?

Die Gebührenordnung für Tierärzte (kurz GOT) ist ein Bundesgesetz, das die Gebühren für alle tiermedizinischen Leistungen verbindlich festlegt. Sie wurde im Jahr 1978 eingeführt und seit 1999 inhaltlich nicht mehr verändert. Die Gebühren wurden seitdem nur einmalig im Jahr 2017 um 12% erhöht.

In der GOT sind alle Einzelposten einer Behandlung Ihres Haustieres mit einer festen Preisspanne verbindlich festgehalten. Eine Über- sowie Unterschreitung dieser Preise ist vom Gesetzgeber grundsätzlich nicht vorgesehen und sogar strafbar. Daß heißt, alle niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte sind gesetzlich verpflichtet, die (Mindest-)sätze der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) einzuhalten.

Damit schützt Sie die GOT vor zu hoch angesetzten Preisen für die Behandlung Ihres Haustieres. Sie sorgt für Transparenz bei den Preisen und schützt die Praxen vor einer existenzgefährdenden, vom Markt motivierten Preisspirale nach unten. So ist die GOT ein Garant für Fairness und Versorgungssicherheit in der Tiermedizin.

 

Warum wird die GOT gerade jetzt angehoben?

Die aktuelle Gebührenordnung stammt aus dem Jahr 1999. In den letzten 20 Jahren hat sich jedoch in der Tiermedizin sehr viel getan. Das Niveau der tiermedizinischen Versorgung ist mittlerweile mit dem der Humanmedizin vergleichbar. Dadurch können wir Ihrem tierischen Begleiter die bestmögliche Versorgung in jedem Lebensabschnitt zusichern.

Möglich geworden ist dies durch die immer anspruchsvollere Aus- und Weiterbildung des tiermedizinischen Fachpersonals sowie eine hochmoderne, umfangreiche Praxisausstattung zur Diagnostik und Therapie.

Zudem: Alle Praxiskosten steigen kontinuierlich. So sind nur in den letzten 10 Jahren die Kosten für den Betrieb einer tierärztlichen Praxis einer Studie zufolge um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Hierbei sind die Inflation (allg. Kaufkraftverlust) sowie höhere Miet- und Energiekosten noch nicht inbegriffen.

Natürlich wirken sich auch die Personalkosten auf die Gesamtkosten aus. Wir bezahlen unsere Tierärzt:innen und Tiermedizinischen Fachangestellten fair und angemessen. Trotzdem befinden sich die Gehälter im berufsgruppenübergreifenden Vergleich nach wie vor deutlich am unteren Ende, was dazu führt, dass immer weniger Absolvent:innen und Auszubildende den Weg in tierärztliche Praxen einschlagen. Darüber hinaus werden die Honorare für die tierärztliche Leistungserbringung in Deutschland auch nach der GOT-Anpassung immer noch deutlich unter denen anderer EU-Mitgliedsstaaten –wie Frankreich oder den Niederlanden – liegen. Zur Zeit werden viele angestellte und selbstständige Tierärzte nicht angemessen vergütet. 14,3% der befragten angestellten Tierärzte weniger pro Stunde verdienen, als es vom Mindestlohngesetz vorgeschrieben wird. Mit diesem Lohnniveau finden sich auch jetzt schon immer weniger junge Tierärzt:innen, die sich z.B. auch an einem möglichen Notdienst beteiligen wollen.

Die Bundesregierung hält eine Preiserhöhung »für den Schutz von Mensch und Tier – auch vor von Tieren auf Menschen übertragbare Erkrankungen (Zoonosen) – und zur Aufrechterhaltung der tierärztlichen Versorgung« für unabdingbar. So kann auch zukünftig die Versorgung Ihres Haustiers in Ihrer unmittelbaren Nähe gewährleistet werden.

 

Wie hoch ist die Erhöhung?

Die Erhöhung ist je nach tierärztlicher Leistung unterschiedlich. Über die fallbezogenen Kosten klären wir Sie gerne vorab auf.

Diese Novelle bringt im DURCHSCHNITT einen Gebührensprung von mindestens 20% für die Tierhalter mit sich. Viele Grundleistungen verdoppeln oder verdreifachen sich sogar.

Als nachhaltig agierende Praxis versichern wir Ihnen, dass wir die Anpassung unserer Gebühren sehr sorgfältig und nach absoluter Notwendigkeit vornehmen, um langfristig die beste medizinische Versorgung für Ihre Tiere gewährleisten zu können.

 

Wie kann ich mich auf die höheren Behandlungskosten
für mein Tier bestmöglich vorbereiten?

Für die Zukunft ist es unserer Meinung nach unabdingbar – wie es in England schon bei über 70 % der Hunde und Katzen der Fall ist – eine OP- oder Krankenvollversicherung für ihr Tier abzuschließen, um die finanziellen Folgen einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls Ihres Tieres auffangen zu können.

Zudem ist es unbedingt empfehlenswert, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitschecks wahrzunehmen. Ebenso wichtig ist es, die Zahngesundheit Ihres tierischen Begleiters durch jährliche Kontrollen zu gewährleisten.

 

Ist eine Tierkrankenversicherung die Lösung?

Die Aufregung ist groß und Reaktionen reichen von Verständnis bis zu blanker Wut, aber, egal ob es Ihnen gefällt oder nicht, die GOT-Novelle ist verabschiedet worden und wird am 22.November 2022 die neue, bundesweite, gesetzlich geregelte Grundlage einer jeden Abrechnung beim Tierarzt werden. Das ist schlicht und ergreifend FAKT und nicht mehr zu ändern.

Wesentlich wichtiger ist es, darüber zu reden, was Sie als Tierhalter tun können, um die tiermedizinische Versorgung Ihres Tiere weiterhin sicher stellen zu können, auch angesichts steigender Gebühren beim Tierarzt.

 

1) Tierkrankenversicherungen

Viele Kolleginnen und Kollegen empfehlen derzeit den Abschluss einer Tierkrankenversicherung. Ja, das hilft in vielen Fällen, aber:

  • Tierkrankenversicherungen sind Sachversicherungen, das heißt, die Versicherung kann den Vertrag im Schadensfall kündigen.

  • Tierkrankenversicherungen haben begrenzte Laufzeiten. Das heißt, die Versicherung kann immer zum Vertragsablauf kündigen, egal wie lange der Vertrag Bestand hatte.

  • Tierkrankenversicherungen sind kein Selbstbedienungsladen. Bitte legen Sie unbedingt beim Vertragsabschluss immer alle Vorerkrankungen offen.

  • Tierkrankenversicherungen haben z.T sehr unterschiedliche Bedingungen. Lesen Sie UNBEDINGT jede Zeile der Versicherungsbedingungen der jeweiligen Versicherung und prüfen Sie, ob ihre Wünsche versichert sind.

  • Tierkrankenversicherungen zahlen nicht jede Leistung. Lesen Sie die Ausschlüsse!

  • Tierkrankenversicherungen sind ein Backup-System. Das heißt, Sie müssen in der Regel bei Ihrem Tierarzt über die volle Rechnungshöhe in Vorleistung gehen und bekommen die Rechnung gemäß Versicherungsvertrag vollständig oder teilweise wieder erstattet.

  • Tierkrankenversicherungen überprüfen Ihre Ansprüche sehr regelmäßig. Sie streichen Leistungen oder lehnen Ihren Anspruch ab.

  • Tierkrankenversicherungen stellen in letzter Zeit wesentlich mehr Rückfragen bei Ihrem aktuellen Tierarzt, und dem davor, und dem davor, und dem davor ….

Worauf sollten Sie beim Abschluss einer Tierkrankenversicherung achten?

  • Absicherung einschließlich GOT-Faktor 4 – für den Notdienst.

  • Bevorzugen Sie feste Selbstbeteiligungen. Prozentuale Selbstbeteiligungen können hohe Kosten verursachen.

  • freie Tierarztwahl (ganz essentiell)

  • Die Definition einer Operation ist unterschiedlich: Zum Teil muss zwingend eine Vollnarkose erfolgen, damit die Versicherung den Eingriff als Operation gelten lässt. Wundversorgungen in Lokalanästhesie werden in diesen Fällen nicht übernommen.

  • Informieren Sie sich über den Unterschied zwischen einer Tierkrankenversicherung und einer OP-Versicherung. Kleiner Tipp: es ist nicht nur der Preis.

 
2) Persönliches Tiersparbuch

Eine der kostengünstigsten Maßnahmen ist ein Tiersparbuch oder ein separates Tierkonto.
Legen Sie monatlich einen festen Betrag auf dieses Konto zurück. Starten Sie idealerweise unmittelbar mit der Anschaffung ihres Tieres und berücksichtigen Sie JEDES Tier in Ihrem Haushalt. Richten Sie den monatlichen Sparbetrag an der Summe der Tierarztrechnungen des Vorjahres aus oder orientieren Sie sich an den KrankenVOLLversicherungen, nicht der Tier-OP-Versicherungen.
Fangen Sie heute noch mit dem Sparen an.
Sie gestalten sich so Ihre eigene Miniversicherung:

Vorteile

Wenn Sie mehrere Tiere haben, können Sie dennoch über den Gesamtbetrag für ein einzelnes Tier verfügen.
Sie können den Betrag über viele Jahre ansparen und wenn es dann soweit ist, auch auf den tierischen Nachfolger übertragen.
Sie können die Beträge so einsetzen, wie sie es benötigen. Eine OP-Versicherung z.B deckt nur Operationen, keine internistischen Erkrankungen.

Nachteile

Sie müssen einige Zeit sparen um eine signifikante Summe zu erreichen.
Sie können jedoch jederzeit Sonderrücklagen einzahlen oder zu Beginn als Erstausstattung einen Sockelbetrag einlegen.

Wir wünschen viel Spaß und Erfolg beim Nachdenken, Nachrechnen und Vorsorgen!